Rede zur Kranzniederlegung 2019

Stiftskirche in Fröndenberg 2019

Zum Gedenken des Grafen Engelbert III. von der Mark

Liebe Freunde des Maiabendfestes,
Dieser Sonntag, der dem Gedenken des Grafen Engelbert und seiner Gemahlin – Stifter des Bochumer Maiabendfestes – ge­widmet ist, geht vorüber, ohne dass er sich von anderen Tagen wesentlich unterschieden hätte.
Sind es die Sorgen der Gegenwart und die lastende Ungewissheit der Zukunft, die uns das jüngst Vergangene so fernrücken lässt? Oder hat uns die Zeit phrasenhafter Entwertung aller Begriffe mit ihrem hohlen Heldenkult auch noch um das letzte Besitztum betrogen: um die Erinnerung an seine Verstorbenen.
Wenn es ein Wort gibt, unter dem sich viele Empfindungen, Er­fahrungen, Nachrichten und Schlagzeilen dieser Zeit sich zusam­menführen lassen, dann ist es das Wort „Verunsicherung“. Aus vielen verschiedenen großen und kleinen Quellen speist sie sich, diese mal leisere, mal lautere Zukunftsverunsicherung. Werde ich einmal ausreichend Rente haben? Werden Banken , Versicherungen, Behörden, immer mehr digita­lisiert und automatisiert, wird es bald niemanden mehr geben, der mir das Gefühl gibt, ein Einzelfall zu sein, ein Individium mit einem Recht auf eigene Fragen und Probleme?
Wird die Gesellschaft weiter auseinander driften oder wird etwas Neues entstehen, das die Menschen ein verbindendes Bewusst­sein füreinander entwickeln und uns „ein Land“ sein lässt? Wie wird’s weitergehen in unserem Land? Wissenschaftlich und technisch wird der Fortschritt sicher weiter unaufhaltsam sein, aber wird dieser Fortschritt noch allen zu Gute kommen? Oder nur einer kleinen Elite? Verunsicherung. Und jetzt habe ich vom Klima, von der Migra­tion, unseren maroden Brücken und Schulen, vom womöglich wieder heraufziehenden Kalten Krieg überhaupt noch nicht gere­det.
Die Politik vermag der um sich greifenden Verunsicherung sich kaum zu wehren.
Die Kirchen, deren Sinngebungsangebote ein­mal ein erheblicher Teil des „Kitts“ in unserer Gesellschaft waren, sind vielerorts mit sich selbst beschäftigt:
Missbrauchsskandal, Traditionsabbruch und geschlossene Kirchen haben den Nimbus der Kirchen verblassen lassen, eine selbstverständliche Autorität sind die Kirchen für viele längst nicht mehr.
Wer verunsichert ist, sucht etwas, was ihm Sicherheit und innere Ruhe zurückgibt. Eine beliebte Strategie: Früher war alles nicht so unsicher, also soll es wieder wie früher werden? Aber auf welches „früher“ kann man sich einigen?
Eine andere Strategie: Den Grund der Verunsicherung zu identifizie­ren.
Der ist allerdings oft komplex und mit einem Wort kaum zu benennen. Es sei denn, das Wort ist ein Name. Der Name eines Verantwortlichen, den man beschuldigen kann. Der ist schuld, der – oder die – muss weg. Sündenbockdenken.
Wir hier, die Schützinnen und Schützen aus Bochum, Frönden­berg und befreundeten Schützenvereinen machen etwas ande­res: Wir Gedenken heute eines Toten der uns das Maiabendfest gestiftet hat.
Dieses tun wir aus Überzeugung weil wir es für wichtig halten, auch wenn sonst vieles sich gewandelt hat.
„Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gu­tes getan hat!
In diesem Gebet spricht ein Beter oder Sänger sich selbst als Er­wachsenem Mut zu. Nicht als Kind.
Der Unterschied: Er fleht nicht um Beistand, Trost und Hilfe von einem anderen, sondern fordert sozusagen sich selbst auf, etwas zu tun: Preise den Herrn, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Eine erwachsene Haltung zum Leben einnehmen. Nicht rumjam­mern, keine Sündenböcke suchen, sondern im Vertrauen auf Gott tun, was ich tun kann.
Für mich heißt das in diesen ruppiger wer­denden Zeiten auf jeden Fall und immer für Friedfertigkeit einzu­treten, aus Respekt gegenüber Gott immer auch den Menschen mit Respekt zu begegnen, allen Menschen!
Gleichgesinnte su­chen, aber nicht um dann umso lauter im Chor sozusagen jetzt zu jammern zu klagen oder gar zu hetzen, sondern um den Kreis gu­ter Ideen zu erweitern, um Solidarität zu spüren, das eigene Den­ken zu prüfen und gemeinsam mehr Phantasie zu entfalten, wie den verunsichernden Wirklichkeiten begegnet werden kann, auf dass durch sie nicht weiter Herzen vergiftet werden.
Eine erwachsene Haltung im Leben einnehmen, nicht klagen, was alles nicht geht oder nicht mehr ist, sondern selbst tun, was man kann, damit die Zeiten freundlicher und friedlicher werden.
Auf der Fahne von Schützenvereinen stehen die Worte: Was du ererbt von deinen Vätern, ergreif es, um es zu besitzen.
Auch hier wird einer erwachsenen, entschlossenen und aktiven Haltung gegenüber dem Leben das Wort geredet. Trage fort, was du von deinen Vorfahren übernommen hast, ergreif es, eigne es dir an und halte es in deinen – anderen – Zeiten lebendig: das ist eine aktive, zugleich gestaltende und erwachsene Haltung zum Leben.
Vieles in unseren Zeiten ist verunsichernd. Was morgen oder in zehn Jahren sein wird, wir wissen es kaum. Aber wie wir leben und handeln wollen, das können wir entscheiden. Denn wir sind Menschen, erwachsene Menschen, keine verängstigten Kinder, die von Verzweiflung gepackt nur wild um sich schlagen. Wir können und besinnen und handeln. Gerade in verunsicherten Zei­ten ist es wichtig, feste Grundregeln zu haben, an die ich mich auf jeden Fall halte:
Vergiss das Erbe deiner Eltern und Vorfahren nicht. Erweise ihnen, aber auch den Lebenden Ehre und Respekt als Menschen, die Gott uns geschenkt hat. Und vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat. Wir stehen nicht allein, wir sind Men­schen, wir alle sind Gottes Kinder, begegnen wir einander also mit dem entsprechenden Respekt. Indem wir Menschen die Ehre geben, geben wir Gott die Ehre, er ist unser Halt in aller Verunsi­cherung, er stiftet Mut und Zuversicht, mit ihm – heißt es in ei­nem anderen Bibelwort – springe ich über Mauern.
Lasst uns nun im Andenken an Graf Engelbert den III., der uns so sein großzü­giges Legat hinterlassen hat, einen Kranz niederlegen.

Karl-Heinz Böke
1. Vorsitzender

2. Pressekonferenz 2019

631. Maiabendfest – das blauweiße Heimatfest für alle Bochumer

Erstmals verkauft die Maiabendgesellschaft Wanderstöcke für den Festmarsch. Jürgen Dieberg, Sparkasse Bochum, bekam ihn als erster und betonte: „Wir unterstützen gerne Bochums größtes Volksfest.“

Jedes Jahr gewinnt das Maiabendfest an Attraktivität: Auch dieses Jahr sorgt ein pralles unterhaltsames Programm vom 25. bis 28. April 2019 für tolle Festtage. Zum zehnten Mal führt der Festumzug von Harpen zum Boulevard. Das Fest dort wird von vielen Bochumer Vereinen und den Bezirken mitgetragen. Karl-Heinz Böke, Vorsitzender der Maiabendgesellschaft, überreichte Jürgen Dieberg, Sparkasse Bochum, einen Wanderstock für den Festumzug. Bürger können ihn für 10 Euro an den Festtagen erwerben.

Foto: Sparkasse Bochum

Von A wie Anzenhofer bis Z wie Zapfenstreich

631. Bochumer Maiabendfest, 25. bis 28. April 2019

Die Maiabendgesellschaft präsentierte in der Sparkasse das pralle Unterhaltungsprogramm für die tollen Tage vom 25. bis 28. April. Vom Westfälischen Brauchtumsabend am Donnerstag, über den Großen Zapfenstreich am Freitag, den Festmarsch in die City mit großem Musikprogram bis zum Familien- und „Mach Mit“-Tag am Sonntag auf dem Boulevard ist für jeden was dabei!

A für Anzenhofer, B für Brauchtum, C für Castroper Straße, D für Dortmunder Fehde, E für Eichbaum, F für Festumzug, G für Gewand… Gewand?

Ja, neues Gewand – denn nun bereits zum zehnten Mal wird das Bochumer Maiabendfest in seiner Ausrichtung als „buntes Heimatfest für alle“ gefeiert. In diesem kleinen Jubiläum zeigt sich die Nachhaltigkeit der erfolgreichen Neuausrichtung in die City von Bochum. Die 631. Auflage verspricht demnach wieder ein lebendiges Treiben, bei dem es für einheimische wie auswärtige Besucher viel zu entdecken und zu erleben gibt. Auch wenn der Termin in diesem Jahr in die Osterferien fällt, ist die Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e.V. zuversichtlich, dass sich rund um den Boulevard wie immer Tausende Besucher tummeln werden. Von Donnerstag bis Sonntag zeigt sich Bochum erneut in seinem frischen blau-weißen Gewand – also Fähnchen schnappen und mitmarschieren!

… Z für Zapfenstreich

Der traditionelle „Große Zapfenstreich“ am Freitagabend findet in diesem Jahr wieder auf dem Platz am Kuhhirten statt. An dem beliebten Denkmal mit seiner modernen „Trankgasse“ begrüßt die Maiabendgesellschaft einen besonderen Ehrengast: Zum musikalischen Zapfenstreich der Maischützen hat sich Ina Scharrenbach – NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung – angekündigt. Die Veranstaltung beginnt um 21 Uhr und wird live auf die LED-Wand an der Hauptbühne übertragen. Auch vom rund 3,5 km langen Festumzug am Samstag sind an der großen LED-Wand Live-Bilder zu sehen. Der Umzug selbst kommt mit dieser Neuerung daher: Er windet sich nicht mehr durch die engen Gassen, sondern bleibt auf den breiten Hauptstraßen. Vom Rathaus kommend biegt der große Festzug über die Bongartstraße in die Massenbergstraße ein und führt an der Großbühne vorbei in Richtung Hauptbahnhof. So bleibt der Zug im Fluss und die vielen Zuschauer können sich besser verteilen.

Bühne frei für hochkarätige Acts

Westfälischer Brauchtumsabend am Donnerstag, Großer Zapfenstreich am Freitag, Festmarsch in die Innenstadt am Samstag. Hmmm … da fehlt doch noch was? Genau, das kultige Musikprogramm auf der zentralen Großbühne! Jahr für Jahr sorgen hochkarätige Acts, meist mit Bezug zu Bochums lebendiger Musikszene, für das rockige Drumherum. In diesem Jahr startet das Sound-Spektakel bereits um 17.30 Uhr: Hurra, hurra, die Bühne brennt, wenn „Die goldenen Reiter“ die Neue Deutsche Welle frecherweise akustisch interpretieren. Mit Klampfe, Ukulele, Akkordeon, Bass und Cajon wird dem typischen Synthiesound der 80er-Jahre der Garaus gemacht. Völlig losgelöst geht’s direkt in den Sternenhimmel.

Wo wir schon beim Sternengewimmel sind: Die Band „Stars Of Starlight“ mit Dennis LeGree, David Thomas und Reginald Jennings vereint sage und schreibe 20 Jahre „Papa“ auf der Bühne – die Figur der alte Dampflok ist gerollt und gerollt und gerollt… und hat dabei immer wunderbar gesungen und geklungen! Stimmgewaltig geht’s ab ca. 19 Uhr expressartig durch die bekannten Hits. Ein stimmungsvoller Akzent: Mit Einbruch der Dunkelheit werden die Häuser links an der Bühne blau-weiß illuminiert …

Gleich mit den ersten Takten erweckt die Queen Revival Band ab 21 Uhr die energiegeladenen Superhits der einflussreichen Rock-Formation zum Leben und „Bohemian Rhapsody“ wird zur totalen „Bochum Rhapsody“. Von Another One bites the Dust bis Radio Ga Ga , von I Want to Break Free bis – natürlich – We are the Champions! Die fulminante Bühnenshow der charismatischen Coverband reicht Freddie Mercury absolut zu Ehren. Singin’ We will, we will rock you!

Gut für Bochum

Mit dem Musik-Höhenfeuerwerk ab 23 Uhr findet die Samstagnacht ihren krönenden Abschluss: Funkelnde Raketen zeichnen wahre Kunstwerke in den dunklen Nachthimmel.

Startrampe für das Lichter-Spektakel ist wie immer das Dach der Sparkasse Bochum. Als Gastgeber der Presseveranstaltung und langjähriger Förderer ist die Sparkasse Bochum nach wie vor Feuer und Flamme für das Maiabendfest und mit ganzem Herzen dabei. „Wir unterstützen gerne Bochums größtes Volksfest“, betont Jürgen Dieberg, Sparkasse Bochum.

Ehrensache Ehrenamt!

Am Kindertag, dem Sonntag, präsentieren sich wieder zahlreiche Bochumer Vereine und Institutionen mit ihren ehrenamtlichen Angeboten für Kinder und Jugendliche. An den Informationsständen der Organisationen und Vereine besteht die Möglichkeit zum regen Austausch – und natürlich zum aktiven Einstieg in die wertvolle Aufgabe „Ehrenamt“. Der MACH MIT!-Tag entwickelt sich mehr und mehr zu einer direkten Kontakt- und Vermittlungsbörse und Jahr um Jahr sind weitere Partner dabei.

Von 11 bis 18 Uhr zeigen uns die Kleinen auf der Bühne eindrucksvoll, dass sie zu Großem fähig sind – es wird getanzt und gesungen, gezaubert, jongliert und musiziert. Mit Thomas Anzenhofer schließt dann um 18.00 Uhr ein weiterer Großer das Bühnenprogramm ab. Gemeinsam mit Jürgen Klement beackert Anzenhofer das weite Feld des Alternative Country. „Too Old to Die Young“ heißt die Devise bei diesem Musikprojekt. Ein Auftritt ganz ohne Gage – aber mit viel Herz für Bochums Nachwuchs.

Fähnrichsverpflichtung 2019

Fähnriche Leon Horn & Marco Schwittay

Nachdem sie die Prüfung erfolgreich bestanden hatten, wurden am 7. April 2019 die Fähnriche Leon Horn und Marco Schwittay an der Junggeselleneiche vereidigt.

Vorschau auf das 631. Maiabendfest

Vom 25. bis 28. April 2019 bietet die Bochumer Maiabendgesellschaft wieder ein buntes Volksfest auf dem Boulevard mit dem Brauchtumsabend, dem Zapfenstreich, Festumzug, Markttreiben, Musikbühnen und Feuerwerk vom Dach des Hauptsponsors Sparkasse Bochum. Einen filmischen Einblick in Bochums ältestes Volksfest möchten wir Ihnen auf dieser Seite präsentieren und dürfen zudem auf das diesjährige Programm verweisen. Es ist für jeden etwas dabei, sehen Sie selbst.

Junggesellenhauptmann 2019

Meiko Krämer und Stephan Klünder

Liebe Bochumerinnen und Bochumer,
verehrte Freunde des Maiabendfestes,
liebe Kameradinnen und Kameraden,
Ein Jahr als Junggesellenhauptmann liegt nun hinter mir und wir können auf ein gelungenes 630. Maiabendfest zurückschauen. In diesen Zeiten ist besonders zu erwähnen, dass unser Fest, wie in all den Jahren zuvor, friedlich und ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen ist. Ich bedanke mich bei allen Helfern, vor und hinter den Kulissen für Ihre tolle, erstklassige und aufwendige Arbeit.
Besonders stolz bin ich, dass mir das Junggesellen Offizier Corps auch für dieses Jahr das Vertrauen geschenkt hat und mich erneut zum Junggesellenhauptmann 2019 gewählt hat. In diesem Jahr wird mich der Fähnrich des letzten Jahres, Meiko Krämer, als mein Junggesellenadjutant nach Harpen begleiten. Ich freue mich, dass der Kreis der jungen Leute im Junggesellen Offizier Corps auch zum 631. Maiabendfest wieder gewachsen ist und es uns gelang zwei neue Fähnriche als Mitglieder zu gewinnen. Die Fähnriche Leon Horn und Marco Schwittay werden unsere Fahne bis ins Bockholt zu unseren Freunden nach Harpen tragen und so ihren Teil zu einem gelungenen Maiabendfest beitragen.

Ihr Junggesellenhauptmann
Stephan Klünder